[Pathfinder] Ein Einstieg für Kinder ab 10+ Jahren?

Pathfinder - Grundregelwerk

Nachdem unsere zwei Großen (zum Zeitpunkt des Schreibens 10 und 10 Jahre + 364 Tage alt) nach vielen spannenden Runden des klassischen Dungeoncrawl-Brettspiels Drachenhort (engl. Dungeonquest) selbst anmerkten: „Schade, dass es immer so schnell vorbei ist.“ oder „Schade, dass das Spiel immer wieder von vorne beginnt. Mein Held müsste bereits stärker sein…“, überlegte ich bereits vor einiger Zeit ob man mal eine Runde Das Schwarze Auge beginnen sollte um den Abenteuerdurst zu stillen. Immerhin hatte ich auch mit ca. 10 Jahren die ersten spaßigen und sehr stark improvisierten Abenteuer in Aventurien erlebt. Alles war damals noch so neu (DSA 2.Edition), es gab kein „so spielt man richtig“ und es gab kein „offizielles Aventurien“ für uns – Nein, wir spielten all das aus, was unsere Phantasie hergab und so wie es uns gefiel.

Doch die Zeiten ändern sich – ich bin nicht mehr 10 Jahre alt und nach meinem Wiedereinstieg mit der 5.DSA-Edition hatte ich mehr Erfahrung und auch andere Ansprüche an ein Spiel in Aventurien. Und so ging ich in mich und kam zu dem Entschluss, dass ich es war, der einem einfachen, freien und lockeren Einstieg für unsere Kinder in DSA eher im Wege stehen würde. Ich könnte mit den Großen einfach nicht so frei und unvoreingenommen mit DSA starten, so wie es für mich damals selbst in jenem Alter möglich war.

Also suchte ich nach Alternativen und fand Pathfinder!

Crowdfunding „Was Ewig Liegt“

Als interessierter Rollenspieler kam man an Pathfinder fast nicht vorbei. Überall hörte man von dem sehr erfolgreichen Spiel und ständig sah man neue Veröffentlichungen. Trotzdem gab es immer eine gewisse Hemmschwelle. Lohnt sich ein weiteres Fantasy-Setting? Bei dem sehr erfolgreichen Ulisses-Crowdfunding „Pathfinder: Was Ewig Liegt – Cthulhu in Golarion!“ wurde ich dann aber förmlich mitgerissen. Ich hatte ja bereits längere Zeit einen Blick auf Pathfinder geworfen. Die Verwebung der Genres Fantasy und kosmischer Horror in dem angepriesenen Abenteuerpfad klang sehr vielversprechend und weckte mein Interesse. Das erwachsene Setting ging aber eher in die Richtung meiner Frau, meines Schwagers und mir. Rollenspiel-Einstieg für Pre-Teenager? Eher nicht. Aber da gab es ja auch das Einsteigerpaket, in dem auch das Pathfinder Grundregelwerk enthalten war. Nun gut, dachte ich mir, zwei Fliegen mit einer Klappe. Grundregelwerk hätte man ja ohnehin gebraucht. Standard-Fantasy für die Kids, Cthulhu für die Erwachsenen. Monsteraufsteller oben drauf und paar Zusatzprodukte…zack…zugeschlagen!

Warum Pathfinder?

In der Einleitung ging ich bereits kurz darauf ein, warum ich mich als wirklich großer DSA-Fan beim Einstieg meiner Kinder dagegen entschied. Deswegen hier nun ein paar Gedanken und Punkte, warum mir Pathfinder als eine bessere Alternative erschien:

  • Neuland
    • Mit Pathfinder würden sowohl meine Kinder als auch ich Neuland betreten. Eine neue Welt, neue Monster, neue Regeln – sowohl für die Spieler als auch für mich.
    • Hier sah ich die größte Chance dieses sehr tolle Gefühl des „gemeinsamen Entdeckens einer Welt“ zu erleben.
  • Visualisierung
    • Pathfinder arbeitet mit Bodenplänen und Miniaturen (oder Pappaufstellern). Die Bodenpläne erinnern entfernt an klassische Spielbretter, sind aber weitaus modularer. Mit den Miniaturen lassen sich Kampfsituationen besser visualisieren. Man muss sich also nicht alles vorstellen, sondern sieht seine Figur direkt vor sich.
    • Aus meiner Sicht ein gut geeigneter Übergang von Brettspielen hin zu freieren Rollenspielen.
  • Actionlastig
    • Klar hängt es immer davon ab, wie man ein RPG-System spielt, aber im Allgemeinen vernahm man stets, dass Pathfinder actionlastig und schnell wäre. Für politisches Intrigenspiel in einer Kaiserstadt – worauf weder meine Kinder noch ich Lust hätten -brauche ich persönlich keine Battle Mats und keine Miniaturen. Ich sage hierbei nicht, dass Pathfinder dies nicht auch bieten kann, für den Einstieg der Kinder genügt es mir aber, mich auf die Wurzeln des Systems zu beschränken.
    • Actionreiche & schnelle Kämpfe, Unzählige Monster, das Erforschen von Dungeons, gefährliche Fallen entschärfen, gigantische Schätze finden; aufgepeppt mit etwas Rollenspiel drum herum um die Charaktere lebendiger werden zu lassen? Das klingt doch nach der perfekten Mischung für unsere neue Spielrunde!
  • Kürzere Spielrunden
    • Ich erhoffte mir durch Pathfinder auch zeitlich kürzere Spielrunden, die dafür öfter stattfinden können.
    • Kleine Abenteuer ohne unglaublich ausgefeilte Hintergrundgeschichte wären für mich mit viel weniger Aufwand vorzubereiten und könnten auch mal mit 1-2 Stunden am Wochenende gespielt werden. Längere Sessions mit 5-6 Stunden und mehr, so wie bei unseren weitreichenderen DSA-Abenteuern, wären für die Kinder einfach zu viel.

All diese Punkte spiegeln meine rein subjektiven Gedanken wieder, die mich Pathfinder für den Einstieg unserer zwei großen Kinder wählen ließ – also noch bevor ich mich detailliert mit Themen wie Regeln, Charaktererschaffung, Kampf, Monsterwerten, Abenteuergenerierung, etc. auseinandersetzte.

Und nun? Was kam dabei heraus? Wie geht es weiter?

Vermutlich wäre ein Einstieg mit der Pathfinder-Einsteigerbox etwas einfacher und schneller gewesen – diese ist aber leider vergriffen und die neue überarbeitete Auflage ist noch nicht lieferbar. Ein direkter Einstieg mit dem Grundregelwerk war jedoch auch möglich – falls aber sowohl Spieler als auch Spielleiter völlig neu im Bereich Pen & Paper Rollenspiel einsteigen, empfehle ich dieses Vorgehen eher nicht.

In den letzten Tagen haben wir die ersten beiden Charaktere erschaffen:

  • Unsere (fast) 11 Jährige erstellte Laila – die halbelfische Waldläuferin, die mit einer hohen Wahrnehmung Gefahren frühzeitig erkennen und mit ihrem Langbogen ihre Feinde aus sicherer Entfernung mit Pfeilen beschießen will.
  • Unser 10 Jähriger erstellte Skaar – einen Halb-Ork Barbar, der unglaublich stark ist und mit seiner zweihändigen Axt die Monster im Nahkampf von Laila fernhalten möchte. Außerdem ist Skaar sehr wortkarg, was unser 10 Jähriger perfekt rollenspieltechnisch umsetzen wird.

Außerdem habe ich mich mit den Regeln auseinandergesetzt, einfache „leere“ Battle Mats erstellt, die ersten Monsterbegegnungen ausgewählt und grob ein kurzes Einstiegsabenteuer entworfen. Gespielt haben wir noch nicht, auch wenn ich ständig höre: „Hoffentlich spielen wir bald.“, „Wann fangen wir richtig an?“, „Wann geht es los?“. Alle Vorbereitungen sind nun aber abgeschlossen und jetzt schauen wir einfach mal, wie wir es zwischen den sonstigen Freizeitaktivitäten und Ausflügen unterbringen.

Beginnend mit diesem ersten Beitrag zu Pathfinder habe ich dem Thema eine eigene neue Blog-Rubrik gewidmet, da ich mit weiteren Pathfinder-Beiträgen rechne bzw. auch schon grob geplant habe:

  • Als DSA-Spieler konnte ich es natürlich nicht vermeiden, während der Einarbeitung in das Grundregelbuch auch Vergleiche zu Das Schwarze Auge zu ziehen oder mir Unterschiede zu notieren: der erste Einstieg in Pathfinder aus der Sicht eines DSA-Spielers wäre eventuell einen eigenen Blog-Beitrag wert.
  • Auf jeden Fall möchte ich auch unsere Erfahrungen bei der Charaktergenerierung niederschreiben und vor allem die Hindernisse aufzeigen, auf die wir stießen.
  • Nach der ersten Pathfinder-Spielrunde werde ich vermutlich unsere Erfahrungen kundtun und gegen die vorherigen Erwartungen abgleichen.

Ich bin gespannt, ob sich meine Erwartungen erfüllen und ob sich Pathfinder als guter Einstieg für die zwei Großen herausstellen wird. Hoffentlich macht es uns Spaß!

Euer Fethz

 

 

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