[DSA5] Ratcon 2018 – Wie war es?

Vorgestern Abend kamen meine Frau Olly und ich von der Ratcon 2018 in Limburg an der Lahn etwas erschöpft zurück. (Vorgestern, da das Lektorat zu lange dauerte.)

In den letzten Monaten war unsererseits gar nicht mehr so klar, ob wir die Ulisses-Hausmesse überhaupt besuchen würden / wollten. Vor wenigen Wochen fiel dann aber doch die Entscheidung, zur Ratcon zu reisen – unsere Unterbringung und die Verpflegung von Kindern und Hund waren ja auch immerhin seit einem dreiviertel Jahr geregelt.

Das Wochenende (inklusive des Freitags als Anreisetag) ging jedenfalls rasend schnell vorbei! Rückblickend kann ich sagen, dass es ein schönes Wochenende war und sich die Reise gelohnt hat. Ganz so euphorisch und geflashed wie nach unserer ersten Convention (Ratcon 2017) sind wir jedoch beide nicht zurückgekehrt – das ist aber vielleicht auch ganz normal? Ich weiß es nicht.

Meine / unsere Erlebnisse könnt ihr in diesem Beitrag nachlesen, z.B. auch ob wir unsere guten Vorsätze für die Ratcon – nachzulesen im vorherigen Beitrag – in diesem Jahr umgesetzt haben. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um einen Fakten-Bericht zur Ratcon, sondern um einen Erlebnisbericht unseres Wochenendes, was uns im gehobenen Alter auch als Gedankenstütze dienen soll…

Freitag

Anreise

Nachdem der Hund abgeholt wurde und die Kinder im Wald ausgesetzt waren konnten wir uns fast pünktlich auf den Weg machen. Teilweise mit gedämpfter Vorfreude ging es wie auch im letzten Jahr erstmal zu einem Krämerladen um sich mit Reiseproviant einzudecken. Leider gab es in dem Krämerladen überwiegend Süßigkeiten und so blieb uns kaum etwas anderes übrig als auch davon ordentlich einzupacken – den Großteil haben wir ungeöffnet wieder nach Hause mitgebracht, die Kinder wird’s freuen. Mist.

Die Straßen nach Limburg waren diesmal auch nicht ganz so schlimm verstopft wie im vorherigen Jahr. Gerade mal eine Stunde durch Stau und notorische „Ich fahre immer mit 100 km/h auf der linken Spur einer dreispurigen Autobahn.“-Kutscher verloren.

Unterkunft

Mit eben jener Stunde Verspätung erreichten wir unsere Unterkunft in einem Nachbarort. Auch wenn ich „Gewohnheitstier Stufe 10“ habe, wählten wir für dieses Jahr eine andere Unterkunft. Das war natürlich nur möglich, da wir uns frühzeitig darum kümmerten. Der Wechsel der Unterkunft hat sich als sehr gut erwiesen. Denn obwohl wir mit unserer Unterkunft im letzten Jahr doch ganz zufrieden waren, so war dies nicht mehr als eine Schlafmöglichkeit mit Bad. In diesem Jahr war unser Appartement aber dermaßen genial, dass man dort getrost das ganze Wochenende hätte gemütlich verbringen können!

Zu pünktlich angekommen?

Kein Regen. Bereits eine halbe Stunde vor Einlass an der Stadthalle ankommen. Nachteil: Längere Schlange. 🙂 Glücklicherweise verschwand ab und zu die Sonne hinter ein paar Wolken, denn sonst wäre ich diesmal wieder komplett nass in die Ratcon gestartet – nur diesmal nicht aufgrund des Regens. Einen gefühlten Götterlauf später bekamen wir unsere Con-Bänder, das Programmheft und Heldenwerk…von Markus Plötz höchstpersönlich.

Veränderungen / Stände

Da dieses Jahr der erste offizielle Programmpunkt mit dem Titel „Blut für den Blutmingers“ bereits um 19:00 Uhr stattfand – Bruch-Factor startete im letzten Jahr erst um 20:00 Uhr – hatten wir eine knappe Stunde zur ersten Orientierung auf der Convention. Viel Zeit zum Stöbern nahmen wir uns nicht. Shoppen würden wir morgen…

Zur linken befand sich dieses Jahr der Stand von Godicon, dem offiziellen Hersteller für DSA-Merchandise, bei dem man erstmal kurz Hallo sagte. Wie sich in einem späteren Gespräch bestätigte, hat sich die Auslage auch in diesem Jahr wieder vergrößert. So kommen nach und nach immer weitere coole DSA-Utensilien dazu. Der Stand von Würfel-Meister, sowie die Information befanden sich auf den gleichen Plätzen wie im vorherigen Jahr. Als weitere Veränderung fiel die Positionierung der Stellwände für die Spielrundenanmeldungen auf. Denn diese konnten nun die gesamte Wand auf der rechten Seite einnehmen, was wesentlich mehr Platz bot. Unsere Hoffnung auf viel mehr Spielrunden und weniger Gedränge um freie Plätze wuchs.

In der ersten Etage konnte man sich wieder mit Essen & Trinken ausstatten – die Karte war nahezu identisch, sowohl was die angebotenen Waren als auch die Preise anging. Alleine schon wegen der Ratcon-Tassen investierte man in zwei Kaffee-Flatrates (was sich am Samstag noch als überlebenswichtig darstellen sollte).

Im großen Saal (Carolans Schwarzmarkt) war auch in diesem Jahr die Künstlermeile inklusive der Stände von z.B. der Dreieichcon oder Drachenzwinge. Der B-Ware-Stand befand sich zur linken und der Drachenhort (Ulisses Shop) nahm die komplette Tribüne ein. Die neue Platzierung des Drachenhorts gefiel uns sehr gut – schon von weitem konnte man erkennen, dass man diesmal mehr Platz hatte. Man schlenderte kurz bei der B-Ware vorbei und lief durch den Drachenhort. Als wir uns dann auf den Weg zu Mirhibans Lehrstube zurück ins Erdgeschoss aufmachten, dachte ich mir „Habe ich nun das Heldenwerk-Archiv II gesehen oder nicht? War ich blind?“.

Blut für den Blutmingers

Michael Mingers sei wohl dafür bekannt als Spielleiter gerne mal komplette Heldengruppen auszulöschen. Das klang lustig – was mir bereits als Anreiz genügte. Das Let’s Play hatte jedoch auch einen guten Anlass, denn man konnte sich als Spieler für je 5 € als Spende an Bärenherz einen Platz in der Spielrunde sichern.

Da die Spieler Kobolde spielen würden (eigentlich eher Gegner, welche man als Spieler oft selbst bekämpft), die ihre Heimathöhle von gemeinen Halblingen (eigentlich eher Spielercharaktere) befreien mussten, hatten sie natürlich entsprechend niedrige Werte. Ein schnelles Ableben der Kobolde war also vorprogrammiert und so konnten immer wieder neue Spieler gegen eine Spende am Spieltisch Platz nehmen.

Diese Form des Let’s Plays hatte den positiven Aspekt, dass viele der anwesenden Zuschauer eine Chance hatten mal gemeinsam mit Michael zu spielen. Das oftmals schnelle und spektakuläre Ableben der „Helden“ führte zu einigen heiteren Momenten. Durch jeden Kobold, der ablebte, erhielten neu hinzugekommene Kobolde einen Buff und wurden stärker. Mehr Hitpoints, mehr Schaden, etc. – Die Buff-Regelung stellte sich meines Erachtens aber irgendwann einfach als zu stark heraus. Die häufige und überraschende Rotation zu Beginn der Spielrunde verlangsamte sich zusehends, denn irgendwann am Ende von Level 2 zu Level 3 saßen die Spieler m. E. einfach zu lange auf ihren Stühlen. Natürlich sprach es auch für den ein oder anderen Spieler / Spielerin, dass der eigene Kobold mehr als 1-2 Kampfrunden überlebte…aber ganz so lustig war das dann auch nicht mehr. Auch das mitspielende Kind – welches zunächst frischen Witz & Wind in die Gruppe brachte – war mir dann zu später Stunde irgendwann einfach zu vorlaut, so dass wir die Vorstellung vorzeitig verließen. Da Orkenspalter TV anwesend war und filmte, wussten wir ja auch, dass wir das Ende dann bald auf YouTube schauen konnten – man würde also im Endeffekt nichts verpassen.

Nach einem kurzen Schlenker über die Ratcon begaben wir uns schließlich auf den Weg zurück in das Appartement.

Samstag

Exzellentes Frühstück

Wir haben traumhaft geschlafen und bekamen ein bombastisches Frühstück präsentiert. Ich war beruflich schon in so manchem Hotel und hatte auch schon so manches gutes Frühstück…aber dieses liebevoll gerichtete und reichhaltige Frühstück übertraf alles! Hausgemachte Marmelade, leckere Wurst und Käse, frisches und abwechslungsreiches Obst – alles war vorhanden! Für neue Abenteuer gestärkt machten wir uns wieder auf den Weg zur Ratcon.

Parkhaus

So, dann fahren wir mal in gewohnter Weise in das zuvor vor Wochen zuhause geplante Parkhaus mit den unglaublich platzsparenden Parkplätzen, in dem wir auch gestern parkten und der gesamte Tag nur 5 Euro kostet: „Null Plätze frei! WTF! WAS? Verdammt nochmal! Um 12 Uhr fängt die Keynote an! Ich hasse es, wenn ein Plan nicht funktioniert! Das ist ja genau wie mit den Projektplänen bei der Arbeit – nur noch schlimmer! AAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAH!“ – „Ähm, wir haben Urlaub. Du stirbst definitiv mal an einem Herzinfarkt, aber bitte nicht heute. Dann fahren wir eben in ein anderes Parkhaus.“

Long story short: Nachdem wir bei allen Parkhäusern Limburgs vorbei waren, parkten wir im Karstadt-Parkhaus. Teuer & schließt um 18:20 Uhr – aber immerhin dermaßen nah an der Stadthalle, dass es schon wieder toll war…bis auf das Schließen um 18:20 Uhr…wir müssten also vorher dieses Panel verlassen um dann das Auto umzuparken… – Ruhe jetzt. Es ist 11:55 Uhr. Das reicht.

Keynote

Pünktlich um 11:59 Uhr betraten wir Mirhibans Lehrstube. Ja, wir waren rechtzeitig da…für einen Stehplatz. Hab ich ja gleich gewusst, dass es nicht reicht. Toll. Positiv war auf jeden Fall, dass Ulisses den Bereich im Vergleich zum letzten Jahr vergrößerte. Es gab mehr Sitzmöglichkeiten und die Luftzirkulation war auch etwas besser. Danke! Auch wenn es heiß war konnte man aufgrund dieser Tatsachen und dem Ratcon-Luftfächer doch relativ konzentriert der Keynote folgen.

In gewohnter Weise wurde zuerst die Vergangenheit, dann die Gegenwart und abschließend die Zukunft behandelt. Alle Details zur Keynote werde ich hier nicht auflisten – schließlich gibt es dazu genug Beiträge und am meisten Sinn macht es vermutlich auch, sich diese direkt auf YouTube anzuschauen (sobald diese online ist, werde ich diese verlinken). Ich werde also nur die für mich wichtigen Dinge erwähnen.

Ich fand es gut, dass Ulisses auch auf das „Thema“ Wege der Vereinigungen einging. Ja ich habe Thema in Anführungszeichen gesetzt, da ich die Aufregung / Empörung darüber weiterhin nicht nachvollziehen kann. Auch nicht die „Rücktritte“ von Autoren. Genauso wenig kann ich Leute verstehen, die überhaupt die Zeit und Muse dazu haben zu zählen wie viele weibliche und männliche Charaktere in irgendeinem Buch dargestellt werden (auch außerhalb von Wege der Vereinigungen)…denn das ist mir einfach total wayne. Meiner Frau übrigens auch, nicht dass es am Ende heißt, das ist eine typisch männliche Einstellung. 🙂

Auch fand ich es mal interessant von Markus Plötz zu hören, warum und wie Crowdfunding eigentlich auch Ulisses Spiele verändert haben. Wie alles anfing – vom Laden, Großhändler, usw. – und wie wichtig es auch ist, Veränderungen durchzuführen. Beruflich kenne ich das selbst – wenn auch aus einem anderen Bereich – das Festhalten an Altbewährtem bricht irgendwann jeder Firma das Genick. Wenn Rollenspiel-Produkte mit Crowdfunding wesentlich umfangreicher und besser auf den Markt kommen oder alternativ gar nicht…tja, was ist uns da lieber? HeXXen 1733 gäbe es ohne Crowdfunding vermutlich gar nicht oder zumindest nicht in diesem Umfang. Mein geliebtes Fragged Empire auf deutsch ohne Crowdfunding? No way!

Natürlich haben sich Crowdfundings gerade im letzten Jahr auch bei Ulisses gefühlt vertausendfacht & gefühlt startet jeden Monat ein neues Crowdfunding – aber wenn das unser Hobby am Leben hält? Dem Verlag eine stabile Grundlage bietet um uns auch weiterhin mit Material zu versorgen? Ja, dann bin ich auch gerne weiterhin bereit neues Material über Crowdfundings mitzufinanzieren. Auch wir machen nicht bei jedem Ulisses Crowdfunding mit, aber wenn, dann genießen wir das Event / das Happening und freuen uns über jede freigeschaltete Prämie. Das ist wenn man es mal genau nimmt auch eine Form von Unterhaltung. Beispiel Havena. Letztes Jahr auf der Ratcon angepriesen. Wird größer als erwartet, da mehr Material. Soll regulär erscheinen. Überraschung: Doch als Crowdfunding. Ok, bäm, unterstützt. Dabei noch haufenweise geile Erweiterungen freigeschaltet und kostenlose Prämien gesichert. Am Ende vielleicht auch etwas mehr Geld ausgegeben – aber unterm Strich lohnt sich das doch auch für uns Spieler.

(Olly: Ich habe kein Problem mit Crowdfundings, aber der Punkt war mir in der Keynote viel zu ausgedehnt. Wir machen sowieso mit.)

Mein absolutes Highlight der Keynote war jedoch die Weltprämie der Webshow „Nubors Abenteuer“. Ich kann es kaum abwarten und werde die Folgen verschlingen. Michael Mingers – den größten Nicht-DSA-Fan aller Zeiten – als Nubor zu sehen…sehr sehr amüsant. Ich hoffe, dass schnell weitere Folgen veröffentlicht werden! Ich bin mir sicher, dass das meine Art von Humor bedienen wird. 🙂

Shoppen & Pause

Nach der Keynote gingen wir, wie geplant, erstmal einkaufen. Da wir in diesem Jahr gezielter shoppen wollten, hatten wir zumindest für den Drachenhort eine „Einkaufsliste“ aufgeteilt in Must-Haves und Nice-2-Have-Produkte.

Olly freute sich über einen Hesinde-Anhänger von Godicon, ich selbst hielt mich erstmal zurück. Statt eines Anhängers warte ich dann doch wohl eher auf die Armbänder (siehe: Produktvorschau bei Godicon). Die Idee, einen Anhänge als Schmuck im Auto beim Rückspiegel anzubringen, fand ich aber auch sehr gut!

Beim B-Ware Stand legten wir uns bei Philipp Neitzel – ich liebe seinen Weißmagier aus diesem Let’s Play mit Tsu – Pathfinder Battle-Mats zu, die in einem unglaublich schlechten Zustand waren und zudem auch leider nur in der englischen Version vorlagen. Wir erbarmten uns sozusagen, diese zu kaufen. 🙂

Im Drachenhort kauften wir dann allen Ernstes auch fast nur die Produkte, die auf unserer Liste standen. Hier bin ich sehr froh über unsere Zurückhaltung. Dennoch haben wir vieles eingepackt, was vermutlich erst nach unserem Umzug wirklich zum Einsatz kommen wird.

Mein persönliches Highlight ist die neue Aventurienkarte auf PVC-Plane, die wir uns direkt vom grandiosen Steffen Brand unterschreiben ließen. Leider fiel uns im Appartement auf, dass man die meisten Städtenamen kaum auf der Plane lesen kann, was vermutlich auch einfach am Material liegt. Egal, denn einen der vorgesehenen Verwendungszwecke als Wandschmuck oder als standesgemäße Tischunterlage beim DSA-Spielen wird das keinen Abbruch tun.

Essen gehen

Da wir ja auch noch das Auto umparken mussten und ein saugeiles Appartement hatten, fiel uns die Entscheidung nicht sehr schwer nach dem Einkaufen nicht nur das Auto „umzuparken“, sondern erstmal die Einkäufe „nach Hause zu bringen“. Dort konnte man in aller Ruhe gemütlich auf dem Sofa im Aventurischen Kompendium II blättern, das Wrath & Glory Einsteigerabenteuer überfliegen – Poxwalker! Nurgle FTW! Deathguard! Muahahahahahaha! – und sich an den ganzen anderen gekauften Dingen erfreuen. Vor allem aber konnte man entspannen. Diese Ruhe. Dieses gemütliche Sofa. Herrlich! Super Pause! Wenn ich da an die letzte Ratcon denke, an der wir Samstag von morgens bis spät Abends nur auf den Beinen waren und die Stadthalle eigentlich nie verließen…so hat mir das wesentlich mehr Freude bereitet. Ich bin halt dann doch keine 20 mehr. *schnief*

Wir entschieden uns, unser Abendessen im Burgkeller wahr zu nehmen. Das Ambiente war super, Ritterrüstung, altes Gebälg, das Essen und das Weizen waren sehr lecker! Die Bedienung hatte mir dann aber doch etwas die Laune verdorben – naja, zumindest Anfangs hatte sie nicht wirklich Bock auf ihre Arbeit, geschweige denn auf Gäste. Ihre Kollegin auch nicht. Ohne uns eines Blickes zu würdigen, Brot auf den Tisch gepfeffert „Gruß der Küche“ – da hab ich in mancher Thorwaler Kneipe mehr Enthusiasmus bei der Arbeit erlebt. Naja, gegen Ende wurde das dann auch minimalst besser: „Alles ok mit dem Essen?“ – Olly hatte warum auch immer keinen großen Hunger und deshalb noch viel auf dem Teller. Service-Wüste Deutschland fiel mir da spontan ein. Schon irgendwie schade, so eine geile Location und leckeres Essen.

Naja, kein Vergleich zum Löwenthor, wo wir an unserem siebten Hochzeitstag vor einigen Wochen speisten. Wer mal in der Nähe ist: es lohnt sich absolut!

Zurück zur Stadthalle

Platz im „Stamm-Parkhaus“. Das wohl!

Um 20:00 Uhr schauen wir uns dann mal ganz gemütlich DSA1-Let’s Play an. Mit einer Spielrunde hat es ja heute nicht geklappt, obwohl wir mehrmals bei den Stellwänden vorbeischauten. Jedesmal wenn wir dort vorbei kamen, fanden wir nur komplett ausgefüllte Zettel. Kein Platz.

„Ach komm, wir schauen nochmal vorbei wegen morgen.“ – „Mmh, da sind zwei Plätze DSA5 frei. Zwei Spieler haben sich wieder ausgestrichen.“ – „Sollen wir?“ – „Stift her.“

Gunst des Fuchses

Tja und dann saßen wir nicht passiv in einem DSA1-Let’s Play (welches wir uns natürlich noch auf YouTube reinziehen werden, sobald online), sondern mit wildfremden DSA-Spielern an einem Tisch.

Das Abenteuer „Gunst des Fuches“ (urspr. DSA5-Beta) stand auf dem Plan und ich musste mich zwischen Mabosch (Ambosszwerg, Krieger) und Tharion (Mensch, Jäger) entscheiden. Zum Glück fiel meine Wahl auf Tharion. Mabosch hätte bei den Fahrten mit der Gondel so dermaßen nicht das gemacht, was ich gewollt hätte…

Olly spielte Livka Brisdottier (Thorwalerin, Seefahrerin) und verkörperte diese so plastisch, dass ich überrascht war, dass meine Frau neben mir saß. Diese zurückhaltende Person, die nun so schnurstracks ihr Ding machte und schon morgens ein Frühstücksbier bestellte. Herrlich! Die neue blaue Bluse…ach wer nicht dabei war, kann es nicht verstehen. 🙂 Livka kann nun übrigens auch Gondeln fahren. 🙂

Das war unsere erste Pen-& Paper-Spielrunde mit fremden Menschen. Für mich auch seit langem auch wieder mal ein DSA-Ausflug als Spieler – mal ausgenommen von einer spontanen kleinen Runde unter Freunden, die meine Frau leitete. Zugleich die erste Spielrunde auf einer Convention für uns. Die Aufregung war entsprechend groß. Würden wir alles „richtig“ machen?

Unsere Ängste waren unnötig. Wir sind beide auf jeden Fall sehr froh, diese (spontane) Gelegenheit wahr genommen zu haben. Denn auch wenn es in der Halle unglaublich laut war und wir am Ende zwar lebend aber ohne Bild das Abenteuer abschlossen, so hatten wir doch sehr viel Spaß! Eine große Hemmschwelle war überschritten! Unsere Mitspieler und unser Meister waren super. Es kam nie ein Gefühl des Unwohlseins auf – am Ende sind wir doch alle Spieler mit gleichen Interessen.

Ein großes Problem war jedoch, dass wir erst kurz vor 04:00 Uhr mit dem Abenteuer fertig waren. Angedacht waren 5-6 Stunden, also von 20:00 Uhr bis 01:00 / 02:00 Uhr. Bei mir stellte sich leider bereits ab 00:00 Uhr die Müdigkeit ein und mein Elan wich von Minute zu Minute aus mir. Um 01:00 Uhr waren wir immer noch am Pläne schmieden und das Vorankommen verlangsamte sich auf Stillstand. Ich weiß, dass ich gegen Ende – also die nächsten 4 Stunden – sehr, sehr passiv war, aber ich war echt platt. Sorry. Mir hat es dennoch Freude bereitet, dabei zu sein! Allzu viel Details zum Abenteuer selbst will ich an der Stelle auch nicht beschreiben. Aufgrund der späten Stunde war die Auflösung und Verabschiedung der Runde dann leider sehr abrupt. Wir möchten uns an dieser Stelle aber auch noch mal bei unseren Mitspielern und unserem Meister bedanken! Vielleicht liest der ein oder andere diesen Blog, gerne würden wir mit euch in Kontakt (Facebook?) bleiben.

Sonntag

Kein Schlaf

Nach exakt 0,0 Stunden Schlaf meinerseits klingelte der Wecker. Es war 8 Uhr. Frühstück gab es um 9 Uhr und um 10 Uhr wollten wir uns ja spätestens wieder auf den Weg zur Stadthalle machen. Als Mensch, der eigentlich erst nach 8+ Stunden wirklich ausgeschlafen ist, war das ganz schön hart. Ich war nicht nur müde, sondern mir war auch kotzübel, obwohl ich nichts im Magen hatte. Einfach wieder aufs Ohr hauen? Auf die Stadtführung durch Limburg verzichten? Auf Abschluss der Rätselqueste pfeifen? Einfach wieder ins Bett? Mmh…ab ins Bad! Kurz nachgelesen: Schlafmangel kann auch zu Übelkeit führen…aha. Mehr oder weniger beim Frühstück dann gezwungen etwas zu essen und siehe da: mit jedem Bissen wurde es besser!

Stadtführung durch Limburg

Durch das phänomenale HeXXen 1733 Crowdfunding hatten wir die Möglichkeit von HeXXenmeister Mirko Bader persönlich durch Limburg geführt zu werden. Auch wenn wir am Tag zuvor schon durch einige Gassen liefen, so wurde unser Blick doch auf ganz andere Weise auf die aufwendig restaurierte Altstadt gelenkt. Viele der schmalen Gassen und Gebäude regten die Phantasie an. Der gewaltige Dom, das Gebeinhaus und der sagenhafte Ausblick allein waren es wert nicht im Bett geblieben zu sein.

Lesung: Phileasson Saga

Wie auch im letzten Jahr besuchten wir die Lesung zur Phileasson Saga. Diesmal waren nicht nur Robert Corvus, sondern auch Bernhard Hennen anwesend. Sehr gut…denn auch dieses Jahr hatten wir unsere Ausgabe von „Elfen“ für eine Unterschrift im Gepäck.

Die Lesung war durch das Konterspiel und Bühnenspiel der beiden umso lustiger. Robert Corvus verkörpert Phileasson mit Herz und Seele! Man bekam einen groben Überblick über die bisherigen Aufgaben der Kontinentumsegelung – eine Aufgabe je Roman – bevor sich das Publikum zwischen zwei Lesungen entscheiden konnte: Kultur (von Bernhard Hennen präferiert) und Action (als Favorit von Robert Corvus). Zu meiner Überraschung war im gesamten Saal nur eine Person für die actionreichere Lesung. Nein, ich war es nicht. Die Lesung zu einem typisch maraskanischen Theaterstück war auf jeden Fall sehr unterhaltsam und spaßig!

Nach einigen Fragen aus dem Publikum kam es dann endlich zu meinem lang ersehnten Teil der Lesung: dem Thorwaler „Gesang“. Seit letztem Jahr freute ich mich darauf und ach war das diesmal herrlich! Ein viel größeres Publikum. Ein viel lauteres Publikum. Viele, die wohl schon mal an einer Lesung dieser Form teilgenommen haben, denn der „Gesang“ kam aus tiefstem Thorwalerherzen. Richtig Toll!

Eigentlich wollten wir direkt nach der Lesung auch das Panel „DSA – Was bringt die Zukunft“ anschauen. Aufgrund von „Umbauarbeiten“ mussten wir aber den Saal und unseren tollen Sitzplatz verlassen. Draußen stand auch bereits eine gewaltige Schlange. Da wir uns ja auch noch den zweiten Teil der Phileasson Saga mit Signatur zulegen wollten und auch das mitgebrachte Exemplar von „Elfen“ unterschreiben lassen wollten war uns schnell klar, dass wir wohl keinen Sitzplatz mehr im Saal bekommen würden. Ok, dann lassen wir das Panel eben ausfallen, denn Stehen konnte mein müder Körper nicht mehr.

Robert – Der größte „The Dark Eye“ -Fan der Welt

Welcher DSA-Fan mit ein wenig Social Media Bezug kannte Robert noch nicht? Spätestens seit der Ratcon 2017 als das Interview auf der Gencon 2017 mit ihm gezeigt wurde, war er sicherlich fast jedem in der Szene bekannt. Sein von Herzen kommender Enthusiasmus und seine Ausstrahlung beim Sprechen über „The Dark Eye“ sind einfach ansteckend! Es brauchte diesen einen Fan aus einem fernen Land, der uns hierzulande mal wieder die Augen öffnet und auf den Punkt bringt, warum Das Schwarze Auge einfach geil ist. Kritiken und Versionsstreitereien hin oder her!

Es war schön, Roberts Erfahrungen zu lauschen, denn er brachte auch Feedback von anderen The Dark Eye Fans von der diesjährigen Gencon mit! Viele hatten sich bereits alle verfügbaren Bücher gekauft aber selbst noch gar nicht gespielt. Er selbst habe auch ein paar DSA4-Bücher, nach deren Regeln er zwar nicht spielen wird, sich aber so über jeden Fitzel Aventurien freut, den er bekommen kann. Und damit hat er auch vollkommen Recht. Auch wir als begeisterte DSA5-Fans – meine Frau kam mit DSA5 überhaupt zum ersten Mal mit einem Rollenspiel in Kontakt und meinerseits als Wiedereinsteiger mit der 5. Edition – haben DSA4-Bücher nachträglich gekauft. Denn unabhängig von der Regeledition, sind die dort vermittelten Informationen immer noch Das Schwarze Auge.

Die amerikanischen Fans können es jedenfalls kaum erwarten mehr von unserem Lieblingsrollenspiel übersetzt zu bekommen! Es ist fast so als warten sie da drüben genauso sehnsüchtig auf neue DSA-Produkte wie ich seit dem ersten DSA5-Gruppenabenteuer „Offenbarung des Himmels“ auf die Regionalspielhilfe zu den Flusslanden!!! Es ist schön, dass Aventurien nach über 30 Jahren noch so begeistern kann und nun hoffentlich auch international endlich seinen Erfolgskurs beibehält. Denn das, meine aventurischen Mitbürgerinnen und Mitbürger…das kommt uns am Ende allen zugute!

Am Ende wurde Robert von Niko noch zum „Ritter geschlagen“. Sehr cool!

(Olly: nicht Ritter …. „Prime Ambassador for the love of the game ‚The Dark Eye‘ in the U.S.“)

(Massimo: Klugscheißen +1,25)

Auflösung der Rätselqueste

„Puh. Die Rätselqueste ist in diesem Jahr aber schon etwas schwerer.“, dachten wir uns. Vielleicht lag das aber auch daran, dass wir sie diesmal eher so nebenbei angingen? So richtig wollten wir sie ja dann am Sonntag lösen. Ja, am Sonntag. Ohne vorher geschlafen zu haben. Top Plan. Vielleicht war sie uns auch nur aufgrund des Schlafmangels zu schwer?

Nicht ganz, denn die Verkündung der Ergebnisse durch Autorin Jeanette Marsteller war ernüchternd. Dieses Jahr gab es nur einen Gewinner, einen wahrhaftigen ersten Platz! Denn nur eine einzige Person hatte alle sieben Fragen richtig beantwortet! (Den Namen weiß ich leider nicht mehr. Sorry.) Bei der Auflösung der Antworten wurde aber auch bekannt gegeben, dass eben bei einem Rätsel unbeabsichtigt mehr als eine Lösung möglich war. Die offizielle Lösung war z.B. 4 + 3, es war aber auch 4 + 4 möglich…was wir auch hatten und uns zu Künstlerstand 8 und der dort verborgenen Antwort führte.

Da es 3 Preise zu verlosen gab – aber nur einen Gewinner – wurde eine Ausnahme gemacht und auch alle Teilnehmer mit 6 richtigen Antworten bekamen eine Chance auf die Preise. Sage und schreibe 10 Teilnehmer hatten 6 richtige Antworten – zwei davon waren wir, da wir natürlich in Top-Teamwork zusammen arbeiteten! 20% Chance auf einen Gewinn! Geil! Nicht zu vergleichen mit der Rätselqueste im letzten Jahr als gefühlt mehrere Hundert Namen in der Lostrommel lagen und jeder Teilnehmer der Ratcon eine Chance hatte. Aber wir gewinnen sowieso nie was. Das erste Los wurde aus der Kiste gezogen und verkündet: Olivia Feth! WUHU! Wir hatten was gewonnen und meine Frau wählte glücklicherweise das von der Autorin unterschriebene Abenteuer „Gefangen in der Gruft der Königin“ mitsamt des Fallen-Kartensets!

(Olly: Ich war so ungläubig und aufgeregt zugleich! Am liebsten hätte ich Jeanette umarmt und nicht mehr losgelassen! – Massimo: Warum hast du das dann nicht gemacht? *g*)

Die blaue limitierte Version des Aventurischen Kompendiums II (vom reinen Preis her der wertvollste Gewinn) ging dann als letztes über den Tisch. Irgendwie überraschend, aber für uns ist das von der Autorin unterschriebene Abenteuer weitaus weitaus weitaus mehr wert als ein limitiertes Regelbuch. Das Abenteuer wird einen Ehrenplatz erhalten und wir freuen uns darauf es zu spielen!

Short Story (vorgelesen von Niko Hoch)

Sehr kurzfristig wurde für Robert eine Kurzgeschichte (Prequel zu „Gefangen in der Gruft der Königin“), die auf dem KRK vorgelesen wurde, ins Englische übersetzt und von Niko Hoch vorgelesen. Es war unglaublich. Gänsehaut. Unglaublich bewegend. Es war schön zu sehen, wie auch Niko beim Vorlesen der doch sehr traurigen Geschichte über eine große Liebe soviel Emotionen zeigte. Ich glaube ich war auch nicht die einzige Person im Saal, die sich beherrschen musste um nicht doch eine Träne ins Auge zu bekommen – Sei ein Zwerg. Bei Angrosch. Sei ein Zwerg! Stein! Stein!

(Olly: Es war so rührend! Ich musste mich so am Riemen reißen um nicht zu weinen!)

Diese bewegende Vorlesung war einer der schönsten Momente auf der Convention! Danke dafür!

Heimreise

Puh – so schnell konnte ein Wochenende verfliegen. Es folgte das obligatorische Abschieds-Selfie vor der Stadthalle und man begab sich zum Auto. Nachdem die Pferde frisch gesattelt waren, ließen wir Limburg hinter uns. Auf dem Rückweg gab es wenige Kilometer vor uns nur einen Unfall. Voller Begeisterung vernahm ich wie ordentlich und zügig die Rettungsgasse gebildet wurde – nicht vergleichbar mit dem schweren Unfall in unserer Umgebung vor einigen Wochen als es ca. 250 Anzeigen aufgrund von Behinderungen der Rettungskräfte / Nichtbildung der Rettungsgasse gab. Zufall oder lag das am Landkreis? Naja, wir kamen dann doch relativ problemlos nach knapp zweieinhalb Stunden wieder zuhause an. Während Olly dann noch den Hund abholte schuftete ich die Trizillionen Taschen und Tüten nach oben. Danach schlief ich auf dem Sofa ein. Wieder wach und etwas essen – die Kinder müssen erst morgen abgeholt werden. Um 20 Uhr starteten wir einen Film und schliefen beide auf dem Sofa ein. So ging das diesjährige Ratcon Wochenende zu Ende…

(Olly: Nee, ich bin nicht eingeschlafen. Der Film war dann doch zu interessant… vor allem Kit Harrington *hach…. John Snow*)

Check der Vorsätze

  • Weniger passiv in Panels sitzen und eher aktiv an 1-2 Spielrunden teilnehmen
    • CHECK: eine Runde DSA 5 mit Livka Brisdottir und Tharion Sturmau (urspr. Weiden)
  • Tendenziell weniger und dafür gezielter shoppen
    • CHECK: wir hatten eine Einkaufsliste und haben nur ein bissel mehr eingekauft…
  • Zumindest eine Mahlzeit außerhalb der Ratcon zu uns nehmen
    • CHECK: wir haben am Samstag in einem Restaurant in Limburg gegessen

Meine Güte! Gewinn bei der Rästelqueste. Alle Vorsätze erfüllt. Das war dann wohl doch zu einfach, oder? Falls wir an der Ratcon 2019 teilnehmen, welchen Vorsatz sollten wir uns eurer Meinung denn vorgeben?

Fethz Fazit

Die Ratcon 2018 war anders. Sowohl von den angebotenen Panels & dem Aufbau als auch durch unsere Erfahrungen. Ja, es war diesmal anders. Nicht ganz so euphorisch, enthusiastisch, kindlich verzückt und neu wie im letzten Jahr, aber trotzdem schön und wertvoll für uns! Was geringer ausfiel als im letzten Jahr waren die Unterhaltungen mit unseren „Stars“ – obwohl wir diesmal weniger „Zeitdruck“ hatten, ergab sich leider weniger die Gelegenheit dazu. Gerne hätte ich mit Steffen noch ein paar Worte mehr gewechselt. Mit Tokala konnten wir uns hingegen etwas länger unterhalten…die Idee mit einem Thorwaler-Tattoo wächst. Nadine erwischten wir in diesem Jahr leider gar nicht…fühle dich aus der Ferne gedrückt. Thomas haben wir wohl immer komplett verpasst und gar nicht gesehen. Auch mit Niko und Alex ergab sich leider kein Gespräch, denn gerne hätten wir beiden mal persönlich gesagt, wie sehr wir ihre Arbeit für Das Schwarze Auge schätzen!

Wir hatten aber auf jeden Fall unseren Spaß, haben wieder tolle Erlebnisse als auch materielle Dinge mit nach Hause gebracht und werden auch noch lange nach der Ratcon 2018 etwas davon haben!

Wart ihr auch auf der Ratcon? Was war euer Eindruck und wie hat es euch gefallen?

 

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