[DSA] Alrik der Basiliskenschreck – Ein Märchenbuch

Teaser - Alrik der Basiliskenschreck

Am 07.Oktober 2017 erschien das Märchenbuch „Alrik der Basiliskenschreck“ von Hagen Tronje Grützmacher (Text und Idee) und Rudolf Eizenhöfer (Illustrationen und Buchgestaltung) im Schwarze Ritter Verlag. Auf 46 Seiten befindet sich ein zauberhaftes kleines und schön illustriertes Märchen für Kinder ab 5 Jahren. Nun gut, aber warum würde ich über ein Märchenbuch für Kinder schreiben? Eine derartige Beschreibung passt immerhin auf ziemlich viele Bücher. Der informierte Pen&Paper-Spieler weiß natürlich, was das Besondere an diesem Buch ist. Auch der findige Blog-Leser könnte bereits erahnt haben, worauf ich mit dem Kürzel [DSA] im Titel hinaus wollte: „Alrik der Basiliskenschreck“ ist das allererste Kinderbuch in der Welt von Aventurien, d.h. dem unweigerlich bekanntesten Kontinent in „Das Schwarze Auge“.

Als begeisterte DSA-Spieler – zugleich zahlreich mit Kindern gesegnet – haben meine Frau und ich das Buch selbstverständlich direkt vorbestellt. Vor wenigen Tagen haben wir es zum ersten Mal unseren beiden Kleinen Theodor (5 Jahre) und Rosalie (4 Jahre) vorgelesen. Unsere Eindrücke zum Buch findet ihr in diesem Beitrag.

Achtung! Könnte Spoiler für Eltern enthalten!

Die harten FaktenAlrik der Basiliskenschreck

Hier auf einen Blick die Zahlen und Fakten, die sich zum großen Teil natürlich auf dem Einband befinden.

  • Titel: „Alrik der Basiliskenschreck“
  • Typ: Märchenbuch
  • Autor: Hagen Tronje Grützmacher
  • Illustrator: Rudolf Eizenhöfer
  • Verlag: Schwarze Ritter
  • Lizensiert durch Ulisses Spiele GmbH
  • Seiten: 52 (davon 46 Text & Illustrationen; 6 Seiten Titel, Impressum, Buchempfehlungen, etc.)
  • Format: A5
  • Varianten (Einband und Preis):
    • PDF – nicht bekannt
    • Taschenbuch 9,90 € [D]

 

 

Äußerlichkeiten & Innerlichkeiten

Einband und Papier

Das vollfarbige Buch macht einen sehr guten Eindruck. Der Einband und die Seiten fühlen sich gut, hochwertig und stabil an (für Erwachsene). Zum Vergleich: Der Softcover-Einband ist etwas dicker als der Einband der DSA-Abenteuer in Heftbindung. Die Seiten im Inneren sind nicht einfach nur weiß, sondern erinnern an Pergament. Außerdem sind sie bzgl. Haptik und Papierstärke ebenfalls mit den Seiten der DSA-Abenteuer vergleichbar. Als Vorlesebuch, welches Eltern immer mal wieder mit den Kindern gemeinsam lesen und anschauen also gut geeignet. Man muss keine Angst haben, dass es nach 3 Mal Vorlesen auseinander fällt – aber warten wir mal den Langzeittest ab 🙂 . Direkt ins Kinderzimmer würde ich es bei unseren beiden Kleinen aber noch nicht packen, da es dann vermutlich doch eher schnell nicht mehr ganz so schön anzuschauen wäre. (Ich bin mit Büchern generell sehr sorgfältig.) Für ein reines Kinderbuch, welches sie selbst mehrfach täglich durchblättern und anschauen, sind die von anderen Büchern bekannten dicken Pappseiten natürlich noch besser. Da es sich ja aber um ein Vorlesebuch handelt, fällt dies nicht weiter ins Gewicht.

Cover

Auf dem Cover befinden sich selbstverständlich die Namen der beiden Schaffer Grützmacher und Eizenhöfer als auch der Titel des Buchs (welch‘ Überraschung). Mir gefällt die gewählte Schriftart sehr gut, erinnert sie mich doch entfernt an eine (etwas fortgeschrittenere) Kinderschrift. Der wahre Hingucker auf dem Cover ist aber die kindgerechte Illustration, die einen Jungen (vermutlich Alrik *g*) mit seinem Holzschwert zeigt, der an einem grünen „Drachen ohne Flügel“ lehnt. Die beiden unterschiedlichen Gestalten machen einen ausgewogenen und friedlichen Eindruck – scheinbar ruhen sie sich einfach auf einer Wiese vor dem Tannenwald aus.

Klappentext

Den Klappentext kopiere ich dreist mal hier rein…

Alrik lebt in der großen Stadt Gareth, gemeinsam mit edlen Rittern, wilden Nordleuten und grummeligen Zwergen. Sein Papa ist ein kluger Magier. Eines Tages hat er einen wichtigen Auftrag für den Jungen. Eine abenteuerliche Reise beginnt…

Eine zauberhafte Geschichte um Helden, Monster und eine sehr ungewöhnliche Freundschaft. Das allererste Märchenbuch in der Welt von Aventurien.

Inhalt

Natürlich möchte ich nicht den gesamten Inhalt es Buchs wiedergeben oder neudeutsch *spoilern*, immerhin will man als Vorlesender ja auch etwas Spannung haben, muss hier und da aber trotzdem darauf eingehen.

Auch wenn das Märchen für einen Erwachsenen keine komplett unvorhersehbaren Geschehnisse enthält, so war die kleine fröhliche Geschichte auch für uns interessant zu lesen. Die Kinder verfolgten die kleine abenteuerliche Reise des mutigen Alriks natürlich umso gespannter.

Rosalie: Der Papa zaubert alles sauber! Dann muss die Mama gar nix mehr putzen!

Theodor: Ich habe auch ein Holzschwert. Ich gehe aber nicht alleine in den Wald.

Der Text zu Alriks Abenteuer ist verständlich und kindgerecht geschrieben. Kurze, klare und aussagekräftige Sätze ohne komplizierte Verschachtelungen, wie man sie aus dem ein oder anderen (älteren) DSA-Roman kennt. Zum Vorlesen dadurch ebenfalls bestens geeignet. Bei keinem Wort kamen wir beim Vorlesen in Erklärungsnot – auch wenn ich zumindest bei „Alraune“ mit einer Frage gerechnet habe. Super! So muss Literatur für Kinder aussehen. Das macht dann auch den Eltern Spaß!

Auf 46 Seiten schafft es das Kinderbuch eine kleine Quest in Aventurien lebhaft darzustellen: der Auftrag, die Reise in unbekanntes Terrain, die Überraschung und das Rätseln, das Treffen von NPCs *g*, sowie das spannende Finale. Es hat mich echt überrascht, wie auf einfache Art sehr viel Flair und Essentielles zu Aventurien vermittelt wird. Die Hauptstadt Gareth mit kleinen umliegenden Dörfern, Magie & Zauberer, unterschiedliche Menschenvölker aus den umliegenden Gebieten – hier kann man sich als DSA-Fan natürlich den ein oder anderen informativen Zusatz nicht ersparen. Echt ganz toll gemacht! Meine kleine Befürchtung, dass es sich bis auf den Namen „Alrik“ in einem Kinderbuch kaum nach DSA anfühlen kann und Aventurien nur am Rande eine Rolle spielt, wurde überhaupt nicht wahr! Die Geschichte des kleinen Alrik spielt wahrlich in dem (etwas kindgerechteren) Aventurien, das ich auch schon so viele Jahrzehnte kenne.

Wie man es von einem guten Kinderbuch für die Altersgruppe erwartet, kommt es ohne große Angstmacherei, Kampf und Gewalt aus. Unsere beiden Kinder waren zwar gespannt, was Alrik als Nächstes machen würde, hatten aber keine Angst. Es gibt keine Szenen, welche die Kinder erschreckten oder vor denen sie sich fürchteten – was man ja unter Umständen von einem großen grünen Ungeheuer auf dem Cover erwarten könnte.

Nun gut. Der Basilisk im Buch erinnert mich persönlich – bis auf den versteinernden Blick – auch relativ wenig an den typischen DSA-Basilisken, wird dieser im DSA5-Bestiarium doch eher als gliederloser, eher schlangenartiger Drache dargestellt. Auch die Todesaura, die jedem innerhalb eines 7 Meilen Radius bereits 1W6 SP pro Stunde zufügt und sich bei geringerer Entfernung noch verstärkt, wurde wohl aus dramaturgischen Gründen (oder weil es eben ein Kinderbuch ist) schlicht weggelassen. Ok, das ist Jammern auf hohem Niveau. Ich kann damit leben – es ist ja auch noch ein junger Basilisk…vielleicht wird das ja noch… – Das nächste Mal beim DSA-Spielen: „In der Taverne schnappt ihr das Gerücht auf, dass sich in der Nähe ein fürchterlicher Basilisk umher treiben muss! Einige tapfere Männer und Frauen zogen vor ein paar Tagen los und wurden seitdem nicht mehr gesehen.“ – „Gähn, ja. Gut. Ich hätte dann gerne noch ein Helles Ferdoker. Ähm, gehen wir nun morgen noch beim Krämerladen vorbei oder nicht?“

Illustrationen

Auf beinahe jeder Doppelseite befindet sich eine seitenfüllende große Illustration, welche die beschriebene Szene kindgerecht bildhaft darstellt. Der Stil der Illustrationen gefällt mir im Kontext eines Märchenbuchs für Kinder sehr gut. Sie sind nicht zu vollgestopft mit kleinen Details und sind für Kinder schnell und einfach aufzufassen ohne sich darin zu verlieren (vgl. Wimmelbilder). Die Farben sind sehr stimmig und nicht neon-quietschebunt, wie man es aus so manch anderem Kinderbuch kennt. Als Laie würde ich den Zeichenstil als eine Mischung aus Filzstift und Aquarell bezeichnen – hierbei lasse ich mich gerne von Profis genauer aufklären. Meine Lieblingsillustration ist übrigens jene auf Seite 23…der Zwerg, welcher der Elfe die Zunge rausstreckt ist einfach super!

Das Vorlese-Erlebnis

Wir setzten uns zu Viert gemütlich aufs Sofa, so dass wir alle gemeinsam in das Buch schauen konnten. Hierbei habe ich mir gewünscht, dass das Buch etwas größer wäre, vielleicht sogar A4-Format, denn dann hätten alle viel besser die tollen Illustrationen sehen können. Vielleicht gibt es ja irgendwann noch eine großformatigere „Deluxe-Version“ mit Hardcover? Im vorliegenden A5-Format eignet es sich etwas besser, es nur einem Kind im Arm vorzulesen.

Beim Vorlesen wechselten sich meine Frau und ich stellenweise ab um z.B. auch unterschiedliche Stimmen der Charaktere zu repräsentieren. Meine Frau sprach so z.B. die Elfe und ich ging in der Rolle als Zwerg auf. 🙂 Das hängt zwar nicht mit dem Buch selbst zusammen, machte uns Eltern aber noch mal einen Ticken mehr Spaß. Es ist ja kein Geheimnis: Generell empfiehlt es sich beim Vorlesen unterschiedliche Stimmen für verschiedene Personen zu verwenden – denn was Rollenspielern am Tisch gefällt, finden kleine Kinder umso besser!

Fethz Fazit

Uns allen gefiel das Märchenbuch „Alrik der Basiliskenschreck“ sehr gut und es wird nicht bei dem einen Mal vorlesen bleiben! Wir hoffen bereits auf zahlreiche Fortsetzungen Alriks Abenteuer!

Wie bereits beschrieben, kommt das aventurische Flair auf kindgerechte und nicht erzwungene Art rüber. Das freut den Fan sehr – für die Kinder stehen diese Informationen aber nicht zu stark im Vordergrund oder fallen gar als außergewöhnlich auf. Auch überschatten die aventurischen Aspekte nicht die grundlegende Geschichte und die solide Moral, die dahinter steckt: man soll niemanden nach seinem Äußeren beurteilen und Freundschaft kann große Brücken schaffen.

Das Buch schaffte es, bei unseren Kindern Spannung aufzubauen, diese auch aufrecht zu erhalten, sie zum Nachdenken zu bringen („Wo sind denn alle hin gegangen?“), für Überraschungen zu sorgen („Hat der gar keine Angst vor so einem Monster?!“), Mitgefühl zu zeigen („Das ist aber schade, wenn der gar keine Freunde hat. Dann kann niemand mit ihm spielen!“). Es war schön zu sehen, wie die Kinder die Geschichte nicht nur konsumierten, sondern miterlebten.

Der Altersempfehlung ab 5 Jahren können wir auch voll und ganz zustimmen – unsere Vierjährige verfolgte die Geschichte zwar auch gespannt, sie war ihr am Ende dann aber doch ein klein wenig zu lang. Wir dachten uns, dass vielleicht auch eine kleine Aufteilung in drei Kapitel (Einleitung & Auftrag, Reise und Bekanntschaft mit der Elfe und dem Zwerg, finales Treffen des Basilisken) sich auch ganz gut geeignet hätte. So hätte man auch die Möglichkeit das Buch in mehreren kleineren Etappen zu lesen- insofern man sich selbst so lange auf die Folter spannen will.

Alles in allem handelt es sich bei „Alrik der Basiliskenschreck“ um ein gelungenes, tolles, spannendes und fröhlich illustriertes Märchenbuch für Kinder mit klarer Kaufempfehlung unsererseits…auch für alle, die mit DSA sonst gar nichts am Hut haben…oder für jene, die keine eigenen Kinder haben, aber DSA lieben. 🙂

Vielleicht ein gutes Geschenk zu Nikolaus oder Weihnachten?

Habt ihr das Buch auch schon gesehen oder euren Kindern, Nichten oder Neffen vorgelesen?

Euer Fethz

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2 Gedanken zu „[DSA] Alrik der Basiliskenschreck – Ein Märchenbuch

  1. Pingback: Rezensionsspiegel Oktober 2017 | Nandurion

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